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Haftstrafen im Betrugsfall um Krebswundermittel 15. Juli 2008

Posted by Tina in Beschwerden und Behandlung.
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Wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs an 132 schwer kranken Krebspatienten hat das Landgericht Kassel fünf Personen zu hohen Haftstrafen verurteilt. Der Initiator des Betrugs mit dem Wundermittel «Galavit» für sieben Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Die Männer wurden für schuldig befunden an Krebspatienten eine «Galavit-Spritzenkur» überteuert verkauft und sie damit behandelt zu haben.

Die Gruppe gründete in Bad Karlshafener ein «Europäisches Onkologie-Institut», in dem die oft todkranken Patienten Galavit erhalten sollten. Der 67-jährige Arzt Kurt Eike R., war für die Behandlung zuständig. Er wurde zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und acht Monaten verurteilt. Der Mediziner wusste, dass «Galavit» in Deutschland nicht zugelassen sei und es keinen Wirksamkeitsnachweis für eine erfolgreiche Krebsbehandlung gebe. R. hatte von der Klinik einen Chefarzt-Posten mit einem Netto-Gehalt von 10.000 Mark erhalten.

Der Drahtzieher der Gruppe, Falko D., wurde zu sieben Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Er sei der Initiator und damit Hauptverantwortlicher gewesen, der die Immun-Präparat beschafft hatte.

Um «Galavit» verkaufen zu können, wurden positive Berichte über die Heilwirkung in der Presse lanciert. Dazu hatte der Medizinjournalist Theodor von K. Beiträge für das Fernsehen und Informationsbroschüren erstellt. Zudem wurden Geschichten verbreitet, dass «Galavit» in der russischen Weltraumforschung entwickelt und an 300 Kosmonauten und 30.000 weiteren Personen getestet worden sei. Der Journalist habe in Täuschungsabsicht gehandelt und die Patienten damit betrogen, sagte der Vorsitzende Richter Heinrich Becker. Die Strafkammer verhängte deshalb gegen ihn eine dreijährige Gefängnisstrafe. D. soll zudem dem Schauspieler Ivan Desny Geld gezahlt haben, damir er von einer Prostatakrebserkrankung und einer Heilung mit «Galavit» berichte.

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Kommentare»

1. Thomas - 15. Juli 2008

Schön, daß es auch mal ein Verfahren gegen diese „alternativen“ und Wunderheiler gibt. Gerade in einer Zeit, wo sogar Krankenkassen nachweislich unwirksame Behandlungen zahlen, gibt es scheinbar doch noch gesunden Menschenverstand.

2. Biank - 28. Juli 2008

Wie kann man so etwas nur machen? Man luegt die kranken Menschen so an, verkauft ihnen diese Mittel und nimmt ihnen damitdie Chance vielleicht geheilt zu werden. Aber hat man nicht schneller bemerkt, was diese „Menschen“ machen? Es ist sehr schade, dass so etwas passiert und geldgierige Geschaeftemacher mit dem Leben der anderen spielen. Gruess euch!

3. BigKatja - 7. August 2008

Es tut mir sehr leid dass es solche Menschen gibt, ich verstehe nicht wie diese weiterleben koennen, wenn sie wissen dass sie einem Menschen die einzige Chance der Heilung genommen haben. Alles Gute!


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