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Die Heilkraft der Pilze 29. Juli 2008

Posted by Tina in Ernährung.
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Sommerzeit ist Pilzzeit. Das feuchtwarme Klima ist ideal für das Wachstum von Pilzen und so sind die ersten Sammler auch wieder im Wald anzutreffen. Wer sich auskennt, der kann nicht nur eine kostenlose Delikatesse ergattern, sondern auch noch für seine Gesundheit etwas Gutes tun. Pilze gelten als Blutdrucksenkersie können bei Hämorriden helfen und manche sollen sogar Krebs bremsen.

Der Star unter den Heilpilzen ist der asiatische Shiitake. Er enthält einen Stoff namens Ergosterin, eine Vorstufe zu Vitamin D, der das Wachstum der Knochen fördert

Champignons, Pfifferlinge, Shiitake –Speisepilze gehören schon immer zu den beliebtesten Zutaten der gehobenen Küche und es gibt viele schmackhafte Möglichkeiten der Zubereitung.

Der medizinische Nutzen von Pilzen kommt immer mehr in den Blickpunkt. In Japan und China werden sie schon lange genutzt, und die „Mykotherapie“ ruht dort mittlerweile auch auf wissenschaftlichem Fundament. Höchste Zeit, dass dies hierzulande nachgeholt wird, findet Pharmazeutin Professor Ulrike Lindequist von der Universität Greifswald. Denn Heilpilze hätten „ein ebenso großes Potenzial“ für die Gewinnung von Arzneimitteln wie die Pflanzen der Phytotherapie. Und eine lange Tradition haben sie eigentlich auch. So trug schon der Gletschermann Ötzi aufgefädelte Pilze an einer Kette bei sich. Unter ihnen den Birkenporling, der, wie Lindequist zu berichten weiß, „durchaus therapeutische Eigenschaften hat, zum Beispiel bei Magenbeschwerden“.

Der Wackersdorfer Arzt Andreas Kappl berichtet in der „Zeitschrift für Phytotherapie“, wie er mit einer speziellen Pilzmischung die Widerstandskraft von Patienten stärkt, die gerade eine Chemotherapie absolvieren müssen. „Aber auch Patienten mit häufig wiederkehrenden Infekten sind nach der Gabe von Medizinalpilzen deutlich stabiler“, so Kappl. Beim Chronischen Erschöpfungssyndrom kombiniert der Hausarzt die Medizinalpilze mit anderen Stärkungsmitteln wie etwa Ginseng – was bereits deutlich macht, dass man in der Mykotherapie keine Berührungsängste mit anderen Therapierichtungen kennt.

Die meisten Pilze mit therapeutischer Wirkung findet man in den Wäldern und auf den Märkten Chinas und Japans. Einige wachsen aber auch bei uns. So hemmt der allseits bekannte Wiesenchampignon das Wachstum von Sarkoma180, einer bösartigen Gewebegeschwulst, die sich weitläufig über den Körper ausbreiten kann. Auch der Austernpilz besitzt therapeutische Eigenschaften. Japanische Forscher konnten mit seinem Extrakt, zumindest im Labor, den Cholesterinspiegel im Blut senken.

Im Hallimasch fand man antibiotische Esterverbindungen, während der Lackporling förderlich ist für Schlaf und Appetit und außerdem den Sauerstoffbedarf im Herzmuskel senkt. Der Lärchenporling hingegen wirkt ähnlich wie Salbei: Er hemmt die Arbeit der Schweißdrüsen, eignet sich dadurch zur Therapie von Nachtschweiß und Hitzewallungen, wie sie etwa als Begleitung der Wechseljahre auftreten.

Das Judasohr wurde kulinarisch hierzulande nie sonderlich geschätzt, dafür aber schon vor 400 Jahren in den Heilkräuterbüchern erwähnt. An seinen merkwürdigen Namen kam es durch eine christliche Legende, wonach auf dem Holunderbaum, an dem sich der Jünger Judas Ischariot erhängte, ohrmuschelförmige Pilze gewachsen sein sollen. Seine medizinischen Wirkungen: Er steigert den „Arbeitseifer“ unserer Lymphzellen, außerdem fördert er den Blutfluss. Auch der Klapperschwamm wächst in Europa, er wurde allerdings vor allem durch seinen japanischen Namen Maitake bekannt. Er schützt die Leber und senkt den Blutzuckerspiegel. In einer Studie an Leber- und Lungenkrebspatienten zeigte er auch tumorhemmende Effekte.

Zu den Heilpilzen zählt auch der Schopftintling (Coprinus comatus), auch Spargelpilz oder Tintenpilz genannt, er stammt aus der Gattung der Tintlinge. Er ist einer der wenigen kultivierbaren Pilze. Sein Schopf macht den Unterschied zu seinen weißen und gräulichen Kollegen: Er hat Schuppen, darunter einen Ring, der nur lose am Stiel sitzt. Früher produzierte man aus den vergehenden Pilzen eine Art Tinte, mit der man schreiben konnte, daher der Name. Aufgrund blutzuckersenkender Eigenschaften und einer traditionellen Verwendung in der chinesischen Volksmedizin bei Verdauungsstörungen und Hämorriden zählt der Schopftintling zu den wichtigsten der medizinisch wirksamen Pilze.

Der absolute Star unter den Heilpilzen kommt jedoch aus Asien: der Shiitake. Allerdings ist er mittlerweile so beliebt, dass er auch hierzulande angebaut wird. Sein Geschmack ist unvergleichlich, sein Geruch allerdings erinnert an Knoblauch. Und mit dem teilt er auch seine weitläufige medizinische Einsatzpalette.

So enthält Shiitake einen Stoff namens Ergosterin, eine Vorstufe zu Vitamin D. Dadurch fördert er das Wachstum der Knochen, ein Aspekt, der vor allem für Osteoporosekranke von Bedeutung ist. In einer zahnärztlichen Studie aus Japan untermauerte er seine karieshemmende Wirkung. Demzufolge reicht schon das Kauen von fünf Gramm getrocknetem Shiitake, um die Zahnplaquebildung zu hemmen. Die Ursache: Der Pilz hindert die Kariesbakterien daran, sogenannte Glukane zu bilden, mit deren Hilfe die Mikroben besser am Zahnschmelz andocken können.

Schon im 14. Jahrhundert berichtete ein chinesischer Arzt von Heileffekten des Shiitake bei bösartigen Geschwüren. Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass sein Wirkstoff Lentinan die Lebenserwartung von Magen- und Darmkrebspatienten verlängert. Offenbar „trainiert“ er das menschliche Immunsystem darauf, die Krebszellen nicht mehr durch seine Maschen schlüpfen zu lassen, sondern sie zu vernichten. Lentinan ist daher in Japan als Immuntherapeutikum für Krebspatienten zugelassen.

Auch das Silberohr ist ein typischer Pilz der tropischen und subtropischen Regionen. In China verwendet man ihn schon seit 400 Jahren zur Herstellung von Medizin, man schätzt aber auch seinen Teeaufguss, der angenehm süßlich und erfrischend schmeckt. Der Pilz stimuliert das Immunsystem, die Fresszellen laufen unter seinem Einfluss regelrecht zur Höchstform auf. In einer Studie erholten sich Bronchitispatienten deutlich schneller, wenn man sie mit einem Silberohrextrakt behandelte.

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Kommentare»

1. PetraHenning - 31. Juli 2008

Ich esse Pilze sehr gerne!! Dein Beitrag gefaellt mir sehr, weil ich dadurch neue Sachen ueber Pilze gelernt habe. 🙂

2. BigKatja - 7. August 2008

Ich habe auch viele neue Sachen durch deinen Beitrag gelernt! 🙂 Ich mag Pilze auch, ich kann sie jederzeit essen 🙂

3. Sevta - 28. August 2008

Leider kann ich keine Pilze essen, denn ich eine Allergie habe. Ich habe es seit 3 Jahren endeckt und Tabletten haben kein Effekt.

Liebe Grüsse

4. Biank - 8. September 2008

Dann bin ich eine Glueckliche, denn Pilze liebe ich einfach 🙂 Gruesse

5. Fred Werner - 16. September 2008

Und Shiitake ist auch so ein niedlicher Name fuer ein Pilz.


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